„Julfa“ – einmal im Jahr!

Posted in: Allgemein- Jan 24, 2013 No Comments

Die meisten Rumänen leben auf dem Land, dort, wo die Traditionen noch eine große Rolle spielen. Die Bauern leben so wie früher: Sie bearbeiten das Land mit ihren Händen und mit Tieren und alles, was sie brauchen, kommt vom Feld. Die Bauern sind alle ernst, arbeiten viel, und – vor allem – sind sie auch religiös, voller Gottesfurcht.

So wie für uns heutzutage, war „Julfa“ für die Bauern auch früher eine Delikatesse. Die „Julfa“ wurde nur einmal im Jahr gemacht, am heiligsten Tag des Jahres, zu Heiligabend. Man durfte sie nur nach des Priesters Segen essen.

Die „Julfa“ ist aber ein einfacher Kuchen: 10 Fladen mit Füllung zwischen den Fladen. Warum ist sie dann so etwas Besonderes, das man nur einmal im Jahr haben konnte? Und warum wird es auch heute noch, in einer Zeit, in der es alles gibt, als eine Delikatesse angesehen?

Das Geheimnis liegt nicht in den Fladen, die aus Wasser, Mehl und Salz gemacht werden, sondern in der Füllung!
Man koche getrocknete Hanfsamen, bis sich ein Schaum entwickelt. Den Schaum vermische man mit etwas Zucker. Die Fladen werden in kochendes Wasser eingetaucht und mit der Füllung dünn bestrichen. Die so bestrichenen Fladen lege man übereinander. Die Torte muss so lange ruhen, bis sie weich und fest gebunden ist.

Also: das Geheimnis liegt in den Hanfsamen, die heute fast nicht verfügbar sind. Eine Pflanze, die so wichtig für die Landwirtschaft und für das sozio-kulturelle Leben des Bauern ist, ist in den letzten Jahren sehr missbraucht worden. Für eine Hanfernte muss man eine Genehmigung von der Drogenfahndung bekommen. Deswegen haben die Bauern, einer nach dem anderen, den Hanf aufgegeben.

Studien zeigen, dass die Samen, so wie auch die anderen Teile der Pflanze, die nicht als Drogen benutzt worden sind, 50% von dem THC, der verbotenen Substanz des Hanf, enthalten.

Natürlich, die Frage ist jetzt, ob die Bauern immer eine „Frohe Weihnacht“ gehabt haben und, wenn ja, wie das unter der Lenkung der Kirche und mit dem Einverständnis der Kirche möglich war.

Cristina, B2 Kurs, Jänner 2013